34,4 Millionen Fahrgäste, steigende Investitionen in Elektromobilität, neue Fahrzeuge, Infrastrukturprojekte und ein wachsendes Verkehrsangebot: Die STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH hat im Geschäftsjahr 2025 wichtige Weichen für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs gestellt. Gleichzeitig zeigt sich immer deutlicher, dass die Mobilitätswende und ein attraktiver ÖPNV nur mit einer dauerhaft verlässlichen Finanzierung gelingen können.
Der öffentliche Nahverkehr in Oberhausen ist zurück auf einem stabilen Niveau. Mit rund 34,4 Millionen Fahrgästen im Jahr 2025 erreichte die STOAG erneut die Werte des Vorjahres und bestätigt damit die anhaltend hohe Bedeutung von Bus und Bahn f ür die Mobilität in der Stadt. Die Menschen nutzen den ÖPNV wieder selbstverständlich für den Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder in der Freizeit.
„Die Menschen sind zurück im ÖPNV – das ist ein starkes Signal für die Bedeutung von Bus und Bahn in unserer Stadt“, sagt Werner Overkamp, Geschäftsführer der STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH. „Gleichzeitig haben wir das Jahr 2025 dafür genutzt, um unser Angebot weiter zu stärken, die Betriebsqualität zu verbessern und die Mobilitätswende aktiv voranzubringen.“
Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch in den wirtschaftlichen Kennzahlen wider. Die STOAG erzielte im Jahr 2025 Erträge in Höhe von 44,667 Millionen Euro (Planwert: 39,035 Millionen Euro) und damit ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (41,502 Millionen Euro). Die Erträge setzen sich aus Verkaufserlösen, der ÖPNV-Pauschale, Ausgleichszahlungen für das DeutschlandTicket sowie sonstigen betrieblichen Erträgen zusammen.
Gleichzeitig stiegen die Aufwendungen für die Beförderung der Fahrgäste, den Unterhalt der Bus- und Straßenbahnflotte, für die ÖPNV-Infrastruktur sowie die Beschäftigung der 513 Mitarbeitenden auf 68,704 Millionen Euro (Planwert: 70,355 Millionen Euro / Istwert des Vorjahres: 63,800 Millionen Euro).
DeutschlandTicket verändert den Markt nachhaltig
Ein wesentlicher Treiber der positiven Nachfrageentwicklung und der Akzeptanz des Angebotes bleibt das DeutschlandTicket. Es hat den deutschen Nahverkehrsmarkt nachhaltig positiv verändert und entwickelt sich zunehmend zum Standardprodukt im öffentlichen Verkehr und einer stabilen Einnahmequelle für die Verkehrsunternehmen.
Zum 31. Januar 2026 verzeichnete die STOAG mehr als 37.000 Abonnements. Rund 99 Prozent aller Abonnements entfallen inzwischen auf das DeutschlandTicket. Der Übergang von klassischen Zeitkarten hin zum DeutschlandTicket setzt sich damit konsequent fort und unterstreicht dessen nachhaltige Etablierung als zentrales Tarif- angebot im ÖPNV.
Auch die zum Jahresbeginn 2026 umgesetzte Tarifreform des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr AöR (VRR) konnte die hohe Nachfrage nicht bremsen. Der Bartarif wurde durchschnittlich um 4,9 Prozent angepasst. Seit Januar 2026 kostet ein EinzelTicket 3,80 Euro. Gleichzeitig wurden die Preise der DeutschlandTicket-Produkte auf 63 Euro für das DeutschlandTicket, 43 Euro für das DeutschlandTicket Schule und 53 Euro für das DeutschlandTicket Sozial angepasst.
Während klassische Ticketverkäufe weiter zurückgehen, gewinnen digitale Vertriebskanäle zunehmend an Bedeutung. Die STOAG richtet ihre Angebote deshalb konsequent auf digitale Lösungen aus. Die STOAG-App entwickelt sich immer stärker zur zentralen Plattform für Ticketkauf und Kundenservice.
Mehr Leistung und bessere Verbindungen
Auch operativ konnte die STOAG ihre Leistungsfähigkeit steigern. Mit einer Betriebsleistung von 9,37 Millionen Nutzwagenkilometern wurde das Verkehrsangebot erweitert. Neue und verbesserte Verbindungen sowie Taktverdichtungen auf stark nachgefragten Linien (z.B. seit dem Fahrplanwechsel auf der Linie 143) erhöhen die Attraktivität des Nahverkehrs. Gleichzeitig konnten Kursausfälle spürbar reduziert und ein stabiles Verkehrsangebot für die Fahrgäste sichergestellt werden.
Elektromobilität: Die Verkehrswende wird sichtbar
Einen besonderen Schwerpunkt setzt die STOAG bei der Umstellung auf emissionsfreie Antriebe. Insgesamt investierte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 12,237 Millionen Euro, schwerpunktmäßig in Bau- und Beschaffungsmaßnahmen zur Umstellung auf Elektromobilität.
Die ersten Ergebnisse dieser Investitionen sind bereits sichtbar. Die für 2026 geplante Auslieferung von 16 batterieelektrischen Bussen des Herstellers BYD erfolgte bereits im November und Dezember 2025. Seit März 2026 sind alle Fahrzeuge auf den Linien 976 und 143 im regulären Linienbetrieb im Einsatz. Im zweiten Quartal 2026 erwartet die STOAG zusätzlich sieben batterieelektrische Gelenkbusse des Herstellers VDL Bus & Coach, die künftig auf der Linie SB93 eingesetzt werden. Die Mehrkosten gegenüber Dieselbussen werden mit bis zu 60 % durch das Land NRW gefördert.
Auch die notwendige Infrastruktur für die Elektromobilität wächst kontinuierlich. Die Ladeinfrastruktur soll an den Endhaltestellen Falkestraße und Fröbelplatz sowie auf dem angrenzenden Grundstück des Betriebshofs weiter ausgebaut werden. Die Ausschreibung der Leistungen ist für das Jahr 2026 vorgesehen. Die Investitionen in die Ladeinfrastruktur werden mit einer Förderquote von 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr unterstützt.
„Die Transformation hin zu emissionsfreier Mobilität ist ein zentraler Baustein für den Klimaschutz in Oberhausen“, betont Werner Overkamp. Der Blick reicht dabei bereits weit über das aktuelle Jahrzehnt hinaus. Für die Busbeschaffung im Jahr 2028 plant die STOAG die Teilnahme am kommenden Förderaufruf des Bundesministeriums für Verkehr. Vorgesehen ist die Einreichung einer Projektskizze für 22 batterieelektrische Solobusse und neun batterieelektrische Gelenkbusse.
Betriebshof der Zukunft nimmt Gestalt an
Die Transformation zur Elektromobilität erfordert nicht nur neue Fahrzeuge, sondern auch moderne Betriebsanlagen. Deshalb arbeitet die STOAG intensiv am Um- und Neubau ihres Betriebshofs. Die Bedarfs- und Grundlagenermittlung konnte Anfang 2026 abgeschlossen werden. Auf Basis einer umfangreichen Variantenuntersuchung werden ab Juli 2026 die nächsten Planungsschritte eingeleitet, um die bevorzugte Bauvariante weiter auszuarbeiten und die langfristige Betriebsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.
Neue Generation von Straßenbahnen
Auch bei der Straßenbahn stellt die STOAG die Weichen für die Zukunft. Gemeinsam mit der Ruhrbahn GmbH in Essen und der SWK AG in Krefeld wurde eine Ausschreibung für neue Straßenbahnen auf den Weg gebracht.
Ziel ist die Beschaffung von Ersatzfahrzeugen für die bestehende NF6D-Flotte sowie zusätzlicher Fahrzeuge für künftige Leistungsausweitungen. Für die STOAG sind zunächst vier 30-Meter-Fahrzeuge für die Linie 112 vorgesehen. Ein weiteres Fahrzeug ist optional eingeplant. Zusätzlich umfasst die Ausschreibung optional fünf 40-Meter-Fahrzeuge für die künftige Inbetriebnahme der Linie 105. Die Vergabeentscheidung soll noch im laufenden Geschäftsjahr erfolgen. Die Auslieferung des ersten Fahrzeugs ist für das Jahr 2030 vorgesehen.
Linie 105: Ein Schlüsselprojekt für die Stadtentwicklung
Ein zentrales Zukunftsprojekt bleibt die Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 von Essen-Frintrop nach Oberhausen. Grundlage hierfür ist der gemeinsam von der Stadt Oberhausen und der STOAG entwickelte „Masterplan Neue Mitte“, der am 16. Mai 2022 vom Rat der Stadt beschlossen wurde. Ziel ist unter anderem die großräumige Erschließung neuer Flächen für Gewerbe, Wohnen und Verkehr. Die Linie 105 soll dabei die Haupterschließungsfunktion für das Gebiet Brammenring/NEWAG-Gelände übernehmen.
Mit Beschluss vom 5. Februar 2024 beauftragte der Rat der Stadt Oberhausen die Stadtverwaltung und die STOAG, die erforderlichen Planungs- und Verfahrensschritte für die Straßenbahnstrecke VI sowie die Verlängerung der Linie 105 einzuleiten.
Die Planungen kommen kontinuierlich voran. Eine formale standardisierte Bewertung des Gesamtvorhabens hat die Wirtschaftlichkeit bestätigt und damit die zentrale Voraussetzung für eine Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen geschaffen. Durch den Rat der Stadt Oberhausen wird im September 2026 der Beschluss für die vorliegende Linienführung erwartet. Die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens bei der Bezirksregierung Düsseldorf wird derzeit für das 1. Halbjahr 2027 vorbereitet.
Auch die Bürgerinnen und Bürger werden aktiv in den Planungsprozess eingebunden. Bereits mehr als 100 Interessierte informierten sich bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Stadt Oberhausen und STOAG über das Projekt.
Digitalisierung des Ticketvertriebs schreitet voran
Der VRR treibt gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen die Digitalisierung des Ticketvertriebs voran. Im Jahr 2027 soll die Barzahlung in Bussen und Bahnen schrittweise zugunsten bargeldloser Bezahlverfahren abgeschafft werden. Damit verbunden sind schnellere Fahrgastwechsel, effizientere Betriebsabläufe und geringere Kosten. Die STOAG ist auf diese Entwicklung technisch bereits vorbereitet. Da die Voraussetzungen im Verbundgebiet noch nicht überall vollständig geschaffen sind, wird sich die verbundweite Umsetzung voraussichtlich etwas verschieben.
Nachhaltige Mobilität braucht eine verlässliche Finanzierung
Trotz aller Fortschritte wird deutlich, dass die Mobilitätswende nicht zum Nulltarif zu haben ist. Die steigenden Anforderungen an Klimaschutz, Angebotsqualität, Digitalisierung und Infrastruktur führen zu wachsenden finanziellen Belastungen.
Das Betriebsergebnis der STOAG weist ohne Berücksichtigung von Beteiligungserträgen einen Fehlbetrag von 24,037 Millionen Euro (Planwert 31,320 Millionen Euro) aus und liegt damit über dem Vorjahreswert von 22,298 Millionen Euro. Die Erträge aus Beteiligungen und Wertpapieren gingen gleichzeitig auf 13,731 Millionen Euro (Planwert 11,335 Millionen Euro) zurück, nachdem sie im Vorjahr noch 15,619 Millionen Euro betragen hatten.
Dennoch konnte der verbleibende Finanzierungsbedarf für die Stadt Oberhausen deutlich unter dem Planwert gehalten werden. Statt der geplanten 21,345 Millionen Euro beträgt der erforderliche Finanzierungsbetrag lediglich 8,116 Millionen Euro.
„Der ÖPNV ist ein zentraler Baustein der Mobilitätswende, doch die finanziellen Belastungen wachsen stetig“, betont Werner Overkamp. „Damit notwendige Investitionen umgesetzt und steigende Betriebs- und Personalkosten aufgefangen werden können, sind langfristig verlässliche Finanzierungszusagen der öffentlichen Hand unerlässlich. Nur so lässt sich ein attraktiver und zukunftsfähiger ÖPNV sichern.“
Für das Jahr 2026 erwartet die STOAG eine stabile Nachfrage im Nahverkehr sowie zusätzliche Impulse durch die Weiterentwicklung des DeutschlandTickets. Gleichzeitig werden Investitionen in Fahrzeuge, Infrastruktur, Digitalisierung und Angebots-ausbau konsequent fortgesetzt.
Die Entwicklung zeigt: Die STOAG liefert. Sie investiert in klimafreundliche Mobilität, stärkt ihr Angebot, modernisiert ihre Infrastruktur und gestaltet die Zukunft des Nahverkehrs aktiv mit. Damit die Mobilitätswende dauerhaft gelingt, braucht es jedoch eine verlässliche und langfristig gesicherte Finanzierung des öffentlichen Verkehrs.








